Vom 1. bis 16. August 2026 wurde ein Teil des Westfalenparks Dortmund für uns zu einem ganz besonderen Ort. Zwischen Tipis, Bögen, Stirnbändern und vielen kleinen und großen Begegnungen entstand für 16 Tage eine Welt, in der Kinder gemeinsam mit ihren Eltern entdecken, ausprobieren und gestalten konnten.
Und am Ende standen Zahlen, bei denen selbst wir zweimal hinschauen mussten:
Mehr als 2.000 Kinder und Eltern besuchten unser Camp. Rund 700 Bögen wurden geschnitzt und etwa 1.200 Stirnbänder hergestellt.
Kinderprogramm im Westfalenpark Dortmund – 16 intensive Tage
Anders als bei unseren klassischen Ferienspielen kamen die Kinder im Westfalenpark nicht als feste Gruppe zu uns.
Sie kamen vorbei.
Manche entdeckten schon von Weitem die großen Tipis. Andere wurden vom Bogenschießen neugierig. Wieder andere blieben stehen, weil auf unseren Tischen Dinge lagen, die man nicht jeden Tag sieht.
Trommeln, Bögen, Federn, Felle, Redestäbe, Kopfschmuck und viele weitere Gegenstände öffneten die Tür in die Lebenswelt der nordamerikanischen Präriekulturen.
Und aus einem kurzen neugierigen Blick wurde nicht selten eine ziemlich lange Zeit bei uns.
Unsere Lakota Erlebniswelt
700 selbst geschnitzte Bögen
Besonders das Bogenschnitzen entwickelte sich zu einem echten Magneten.
Kinder suchten sich ihren eigenen Rohling aus, nahmen das Schnitzmesser in die Hand und arbeiteten Stück für Stück an ihrem persönlichen Bogen.
Dabei ging es um viel mehr als nur um ein fertiges Werkstück.
Schnitzen braucht Geduld. Konzentration. Ruhe. Ein Gefühl für das Material. Und manchmal auch die Bereitschaft, etwas nicht sofort zu können.
Am Ende unserer 16 Tage waren auf diese Weise rund 700 individuelle Bögen entstanden.
Keiner vollkommen gleich.
Und genau das gefällt uns besonders gut.
Beim Bogen schnitzen
1.200 Stirnbänder – und mindestens genauso viele Ideen
Auch unsere Stirnbänder wurden zu einem festen Bestandteil des Camps.
Rund 1.200 Stück wurden während der Veranstaltung gestaltet.
Farben wurden ausgesucht, Muster entstanden und jedes Kind konnte sein Stirnband so gestalten, wie es ihm gefiel.
Ohne Vorgabe, wie etwas am Ende auszusehen hat.
Denn wir glauben daran, dass Kinder nicht ständig etwas „richtig“ machen müssen. Sie dürfen ausprobieren, verändern, eigene Ideen entwickeln und stolz auf etwas sein, das sie selbst geschaffen haben.
Beim Bogen schießen
Bogenschießen für Kinder – und manchmal auch für Eltern
Natürlich durfte auch das Bogenschießen nicht fehlen.
Und dabei zeigte sich schnell, dass nicht nur Kinder neugierig werden können.
Immer wieder standen plötzlich auch Mütter und Väter mit einem Bogen in der Hand vor unseren Zielscheiben.
So wurde unser Camp zu einem Ort, an dem Familien nicht nur zuschauten, sondern gemeinsam etwas erlebten.
Genau diese Momente mögen wir besonders.
Wenn Erwachsene für einen Augenblick vergessen, dass sie eigentlich nur ihre Kinder begleiten wollten.
Dinge der Lakotas
Mehr als 2.000 Begegnungen
Über 2.000 Kinder und Eltern haben in diesen 16 Tagen unser Camp besucht.
Diese Zahl ist beeindruckend.
Was uns aber bleibt, sind nicht die Zahlen.
Es sind die vielen einzelnen Begegnungen.
Kinder, die hochkonzentriert an ihrem Bogen arbeiteten. Eltern, die daneben saßen und plötzlich selbst mitmachten. Familien, die eigentlich nur durch den Westfalenpark schlendern wollten und viel später weitergingen als geplant.
Manchmal braucht es eben gar nicht viel.
Ein Stück Holz.
Ein Schnitzmesser.
Einen Bogen.
Ein Tipi.
Und Zeit.
Wenn schon die Pforte weiß, wer kommt
Nach einigen Tagen gehörte auch unsere tägliche Ankunft fast schon ein bisschen zum Westfalenpark.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Pforte erkannten uns und unsere Fahrzeuge längst von Weitem – und oftmals öffnete sich das Tor bereits, bevor wir überhaupt viel erklären mussten.
Eine kleine Sache vielleicht.
Aber genau solche Kleinigkeiten zeigen, wie angenehm eine Zusammenarbeit sein kann.
Deshalb möchten wir auch dem gesamten Team des Westfalenparks danken, das uns während dieser 16 Tage immer freundlich und unkompliziert begegnet ist.
Ganz schön mächtig so eine Trommel
Auch Rückmeldungen gehören zu diesen 16 Tagen
Bei mehr als 2.000 Begegnungen entstehen natürlich nicht nur schöne Erinnerungen, sondern manchmal auch Fragen, die uns zum Nachdenken bringen.
Eine Besucherin unseres Camps schrieb uns nach ihrem Besuch eine sehr wertschätzende Nachricht zum Thema kulturelle Aneignung. Sie lebt seit vielen Jahren in den USA und schilderte uns, dass bestimmte Darstellungen indigener Kulturen dort deutlich kritischer wahrgenommen werden als vielfach noch in Deutschland.
Ihre Rückmeldung bezog sich unter anderem auf Federschmuck, Namen und Bilder, die aus ihrer Sicht stereotype Vorstellungen indigener Völker Nordamerikas transportieren können.
Diese Nachricht haben wir sehr ernst genommen.
Denn unser Ziel ist ausdrücklich nicht, eine fremde Kultur zu einer Kulisse für ein Kinderprogramm zu machen.
In unseren mehrtägigen Programmen beschäftigen wir uns deshalb deutlich intensiver mit dem Leben und der Kultur der Lakota. Wir sprechen über Gemeinschaft, Naturverbundenheit, Geschichten, Traditionen und darüber, dass es selbstverständlich nicht „die indigene Kultur Nordamerikas“ gibt, sondern eine große Vielfalt unterschiedlicher Völker, Sprachen und Lebensweisen.
Im offenen Format des Westfalenparks ist das schwieriger.
Kinder kommen und gehen, manche bleiben nur wenige Minuten, andere mehrere Stunden. Dadurch können wir zwar handwerkliche Angebote, Geschichten und einzelne kulturelle Elemente aufgreifen, haben aber wesentlich weniger Möglichkeiten, Hintergründe ausführlich zu erklären.
Gerade deshalb war diese Rückmeldung für uns wichtig.
Wir glauben, dass pädagogische Arbeit niemals abgeschlossen ist. Auch Programme, die seit vielen Jahren funktionieren und Kinder begeistern, dürfen hinterfragt und weiterentwickelt werden.
Dabei geht es für uns nicht darum, aus Angst vor Fehlern auf Geschichten, Fantasie oder kulturelle Themen zu verzichten.
Es geht darum, genauer hinzusehen, zuzuhören und respektvoll mit den Kulturen umzugehen, aus denen wir Elemente aufgreifen.
Mit der Frage nach Begriffen, Bildern und kultureller Aneignung beschäftigen wir uns deshalb schon länger und haben unsere Gedanken dazu auch in einem eigenen Beitrag auf unserer Website festgehalten.
Und vielleicht gehört genau das ebenfalls zu diesen 16 Tagen im Westfalenpark:
Nicht nur Kinder haben dort Neues entdeckt.
Auch wir.
Danke, Nicole
Ein ganz besonderer Dank geht an Nicole Zeppenfeld, die während unserer Zeit im Westfalenpark unsere Ansprechpartnerin war.
Danke für die angenehme Zusammenarbeit, die unkomplizierten Absprachen und das Vertrauen in unsere Arbeit.
Bei einer Veranstaltung dieser Größe funktioniert vieles nur dann gut, wenn Menschen miteinander arbeiten und nicht gegeneinander organisieren.
Wir haben uns im Westfalenpark von Anfang an willkommen gefühlt.
16 Tage, die bleiben
Als wir am 1. August mit unserem Anhänger durch das Tor des Westfalenparks fuhren, lagen 16 intensive Tage vor uns.
Als wir wieder hinausfuhren, lagen hinter uns:
mehr als 2.000 Kinder und Eltern, rund 700 geschnitzte Bögen, etwa 1.200 selbst gestaltete Stirnbänder und unzählige kleine Begegnungen.
Vor allem aber lagen hinter uns 16 Tage, in denen Kinder wieder genau das tun konnten, was wir ihnen ermöglichen möchten:
Die Welt mit den eigenen Händen entdecken.
Ausprobieren.
Staunen.
Und für einen Moment einfach Kind sein.
Danke, Dortmund. Danke, Westfalenpark. Es war uns eine Freude.




